InForMent - Silbe für Silbe

In der Wissenschaft deutet man mit "komplex" ein System an, das aufgrund seiner Bauweise und Organisation das Potenzial so vieler verschiedener Verhaltensmöglichkeiten erwünschter und unerwünschter Art hat, dass es einem einzelnen menschlichen Gehirn unmöglich ist, sich alle vorzustellen und sie alle zu erfassen. Selbst in der Kooperation und Kollaboration mit anderen Menschen, die jeweils andere Beobachtungen und Fachkenntnisse haben, findet man nie alles, aber meist zumindest immerhin das Wichtigste heraus. Dazu braucht man aber die Zusammenarbeit in Systemen, die so organisiert sind, dass alle rasch das Relevante erkennen und voneinander lernen können.

 

Damit es beim arbeitsteiligen Problemlösen zu keinen endlosen Diskussionen darüber kommt, wer nun recht hat und wer nicht, weil sich die Beteiligten ständig in asymmetrischen Informationslagen befinden, hat man im Rahmen der Kybernetik nach immer und überall vorhandenen Gesetzmäßigkeiten in komplexen Systemen gesucht, nach universellen Organisationsmustern ihres nicht mehr weiter optimierbaren Funktionierens und ihrer Dysfunktionen. Das Design des Gelingens und Misslingens ist seither bekannt. Wo man es wie in der Wissenschaft nutzt und entsprechende Werkzeuge einsetzt, kann man sich darauf verlassen, dass es bei allen Versuchen der Wertschöpfung und Wertsteigerung nicht, wie heute so oft, zu Wertverlust und Wertvernichtung kommt, sondern zu noch nie dagewesener Produktivität und Innovationskraft.

Alles Gelingen und Misslingen ist eine Frage der Information. Sie entsteht nur in inneren Zuständen, komplexe Systeme steuern und regulieren sich nur intrinsisch. Extrinsische Inputs wirken nur indirekt. Das gilt für alle Arten von Systemen.

Unter komplexen Umständen kommt es immer darauf an, für welchen Zweck und für welches Ziel etwas, eine Situation oder ein Verhalten günstig oder ungünstig ist. Ohne Bezug auf konkrete Zwecke und Ziele lassen sich komplexe Situationen nicht sinnvoll beurteilen.

Der Gedanke, dass man Organisationen an die Natur des Menschen anpassen muss, und nicht den Menschen an Organisationen, stammt aus der Kybernetik. 

Dass gemanagt wird, das ist keine nennenswerte Leistung. Es geht immer um die Form  - Art und Weise - Strategie. Alles braucht Strategie, und zwar angewandte Kybernetik. 

Die Effektivität, Produktivität, Lern- und Evolutionsfähigkeit komplexer Systeme hängen von ihrer Organisation, d.h. von der strukturellen Form und vom Design ihrer Konfigurationen ab - von der kleinsten Einheit und Ebene bis zur größten. Daher spricht man heute von Intelligentem SystemDesign. Gleichzeitigt formt sich der Mensch mit allem, was er tut und nicht tut, und all seine Aktivitäten formen die Systeme seiner Welt.

Die Silbe "ment" kommt vom lateinischen "mentalis" für "geistig", "vorgestellt" und von "mentis" für "Geist", "Vernunft".

 

Komplexe Umstände kann man nicht mit den Sinnen wahrnehmen. Man kann sie auch nicht vollständig beschreiben, darstellen, fotografieren oder filmen. Man ist also auf sein geistiges Vorstellungsvermögen und hohe Aufmerksamkeit angewiesen.

 

Gleichzeitig lassen sich komplexe Verhältnisse unmöglich durch Intuition sinnvoll erfassen. Die Auseinandersetzung mit Komplexem erfordert systematisches, methodisches und rationales Durchdenken; sie ist eine Frage der geistigen Kapazität und Kompetenz.

 

Der Begriff "Mentalität" steht hingegen einerseits für eine Geistes- und Gemütsart, andererseits für eine besondere Art des Denkens und Fühlens.

Synonyme dazu sind: Anschauungsweise, Auffassung, Auffassungsweise, Denkart, Denkweise, Einstellung, Geist, Geistesart, Geisteshaltung, Gesinnung, Haltung, Sinnesart, Überzeugung, Weltanschauung.